Isyprom Logo

Modellbasierte Prozess- und Systemgestaltung für die Innovationsbeschleunigung

Produkt-Prozessmodellierung

Die Methode zur integrierten Produkt- und Prozessmodellierung hat zum Ziel, Prozessmodelle, die den Entwicklungsprozess eines Produktes abbilden, in Abhängigkeit des betrachteten Produktes zu erstellen, einfach anzupassen und bewerten zu können. Als Ergebnis liegen quantitative und qualitative Werte vor (z. B. Komplexitätsmaße), mit denen Auswirkungen von Produktänderungen auf ihre Prozesse identifiziert und bewertet werden können. Diese Ergebnisse können anschließend zu einer integrierten Bewertung von Produktarchitekturen herangezogen werden.

Integrierte Produkt- und Prozessmodellierung

Basierend auf prozessrelevanten Produkteigenschaften werden die Entwicklungsprozesse für unterschiedliche Produktarchitekturen in einem integrierten Modell abgebildet (IUM-Modell). Prozessrelevante Produkteigenschaften beeinflussen die korrespondierenden Entwicklungsprozesse (z. B. Eigenfertigung/Fremdbezug, Komplexität, Kritikalität). Das integrierte Modell wird auf Basis einer gewählten Produktarchitektur hinsichtlich Prozessparameter und Prozessstruktur für einen Anwendungsfall instanziiert, bei dem eine kontextuellen Sicht auf das Gesamtmodell (ähnlich einem Filter) erzeugt wird. Dieses Modell wird dann hinsichtlich qualitativer (z. B.Komplexität) und quantitativer (z. B. Prozessvolumen) Kriterien bewertet. In der Abbildung ist die integrierte Produkt- und Prozessmodellierung schematisch anhand zweier Produktarchitekturen der Rechnerarchitektur eines Flugzeuges dargestellt. Die Methode zur integrierten Produkt- und Prozessmodellierung ermöglicht die frühzeitige Identifikation und Bewertung der Auswirkungen von Produktänderungen auf die korrespondierenden Entwicklungsprozesse. Dies unterstützt ein effektives Lean-Engineering und führt somit zu Comprehensive Design Decisions (CDD) in der frühen Phase der Produktentstehung. Es erfolgt eine Verschiebung der Entwicklungstätigkeiten von den späteren in die frühen Phasen (Frontloading).

Vorteile der Produkt-Prozessmodellierung

  • Bessere Unterstützung von Entscheidungsprozessen bei der Produktentwicklung durch Einbeziehen der Prozessdimension
  • Frühzeitige Identifikation prozessbeeinflussender Produktbestandteile
  • Frühzeitige Optimierungsmöglichkeiten der Entwicklungsprozesse unter Berücksichtigung der Produktdimension (proaktives Prozessmanagement)